Dienstag, 8. Mai 2018

Rachel Carson

Heute war ich das erste Mal im Rachel Carson Center for Environment and Society:
The Rachel Carson Center for Environment and Society (RCC) is an international, interdisciplinary center for research and education in the environmental humanities and social sciences.
A nonprofit institution, the RCC was founded in 2009 as a joint initiative of Munich's Ludwig-Maximilians-Universität and the Deutsches Museum, with the generous support of the German Federal Ministry of Education and Research.
Our namesake is the American biologist, nature writer, and environmentalist Rachel Carson, whose writing raised awareness worldwide about threats to the environment and human health.
While we are based in Munich, Germany, our staff and fellows come from all over the world, and our working language is English.



Es ist im 4. Stock eines Geschäftshauses in der Leopoldstraße. Im Fahrstuhl stand ich mit einer Mitarbeiterin, wir kamen gleich ins Gespräch. Sehr nett sind dort alle, es herrscht eine ausgesprochen freundliche Atmosphäre.
Es gab einen Vortrag von Professor Wolfgang Haber, ein sehr sympathischer, bescheidener alter Herr, der 1966 den ersten Lehrstuhl für Landschaftsökologie übernahm, den es in Deutschland gab, an der TU.

Er verglich einen Wald und eine Großstadt – beides sind unsere Umgebung, beides sind komplexe System, aber der Wald ist selbstorganisierend, hat keine Kontrollinstanz, keinen Plan und kein Ziel, kein Zentrum. Jedes Individuum im Wald ist abhängig von anderen in seiner Umgebung, es gibt ein dichtes Netzwerk von Beziehungen, ein dauerndes Wechselspiel von Inputs und Outputs. Dagegen braucht die Stadt ein Kontroll- und Steuerungszentrum und: sie kann nicht ohne Unterstützung existieren. Eine Stadt muss ernährt werden.
Das begann mit den ersten großen Siedlungen vor ca. 10.000 Jahren, die nur möglich waren, weil die Bauern genug erwirtschafteten, dass sie nicht nur sich selbst ernähren, sondern den Überschuss verkaufen konnten. Die Landschaft wurde nach und nach in vier Bereiche aufgeteilt: wilde Natur, Weiden, Ackerland, und Gehöfte. 

Heute werden riesige Bereiche der Erde gebraucht, um die Städte zu ernähren, bzw. praktisch die gesamte Weltbevölkerung, weil sich ja immer weniger mit eigener Landwirtschaft selbst ernähren. 
Das ist das eine Problem, aber das andere ist: der homo sapiens ist das einzige Lebewesen auf der Welt, das mit einer extremen Gier nach Weiterentwicklung ausgestattet ist. Na gut, nicht alle, es gab ja auch stabile Kulturen, in AUSTRALIEN z.B., die immer auf demselben Stand blieben und wunderbar funktionierten. Aber in der westlichen Kultur hat ja so eine Art technischer Amok-Lauf begonnen (sage ICH jetzt mal).
Dahinter steckt die Gier nach more: better, faster, easier, healthier, happier, higher, longer – sowohl  qualitativ als auch quantitativ. Und dazu kommt der humanitäre Anspruch, dass jedes menschliche Leben das Recht auf Schutz und Erhaltung hat. Die Erde gibt das nicht her.

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