Grade sehe ich auf der Website, dass die Lufthansamaschine um 5:05 Uhr in Hongkong gestartet ist und sogar 10 Minuten früher als gedacht in München erwartet wird. In der Maschine sitzen D und die Kinder, aus Hobart.
An der Tür steht ein tonnenschwerer Rucksack mit Essen für uns Fünf.
Mittags
Als ich zur U-Bahn ging begannen grade die ersten Vögel zu sinden - wunderschön. Aber plötzlich fiel mir siedenheiß ein: es fahren vom Marienplatz ZWEI S-Bahnen zum Flughafen: eine nach Westen über den Hauptbahnhof, die andere nach Osten, über den Ostbahnhof! Das bedeutete zwei verschiedene Bahnsteige! Ich hatte keine Ahnung, welche ich nehmen sollte!
Aber zum Glück fiel mir dann ein, dass im U-Bahnhof ein Fahrplan hängt mit den S-Bahn-Zeiten vom Marienplatz aus. Immer hatte ich mich darüber gewundert. Immer war es mir als überflüsssig und sinnlos erschienen. Nun aber senkte ich in Demut und Dankbarkeit mein Haupt und dachte: Oh. Wie. Gut. Ich musste die zum Ostbahnhof nehmen, sie kam als Erste und war 10 Minuten früher dort, konnte ich dort sehen.
Die U-Bahn war nicht rappelvoll, aber gut gefüllt, wer hätte das gedacht? Zu 90 % von Ausländer/innen, die sicher irgendwelche blöden Putz-Jobs haben.
Am Ostbahnhof sah ich die Sonne aufgehen.
Und unterwegs lag das Land im Morgennebel:
Am Flughafen fand ich nicht gleich den Ankunftsbereich. Das letzte Mal hatte ich H hier abgeholt,aber ich erkannte es nicht wieder. Das lag daran, dass so wenig Abholer/innen da waren, um diese Zeit.
Das Flugzeug war gelandet:
Sie hatten in Hongkong übernachtet und einen Tag dort verbracht. Ebenso in Melbourne, d.h. sie waren seit Montag unterwegs. Und irgendwann standen sie tatsächlich da und waren alle viel dünner, als ich sie in Erinnerung hatte.
D brachte wunderbare Handschuhe mit aus tasmanischer Wolle und ein Fotobuch, das ich mich damals begeistert hatte und für meine Nachbarin einen Kühlschrankmagneten. Sie ist ein Schatz.
Wir fuhren dann in die Stadt, die Kids waren - zum Glück! - pausenlos am essen, und dann stiegen wir am Hauptbahnhof aus, steckten die Koffer in Schließfächer und gingen rüber zum Alten Botanischen Garten.
Dort waren nur ein paar Drogendealer und ihre Kunden und ein paar Polizisten und wir. Das Gras war zu feucht zum liegen, wir setzten uns an den Brunnenrand und die Kinder warfen so lange mit dem Frisbee, bis die Scheibe im Wasser lag. Dann gingen wir zurück zum Bahnhof und verabschiedeten uns.
Auf dem Rückweg bleiben sie ein paar Stunden und wir gehen in die Stadt.
Ich mailte H:
Die Familie ist durchgeschleust durch München und sitzt im Zug nach Tübingen. Sie haben alle Brote aufgegessen und das Obst, sie haben das Frisbee in einen Springbrunnenanlage geworfen, sie haben sich über das schöne Wetter gefreut. Sehr nett war es.Und er mailte zurück:
Danke fur die Meldung, dann brauche ich mir ja keine Sorgen mehr machen. Ist ja gut das sie nicht das Brot und das Obst in den Springbrunnen geschmissen haben... Hier war es auch schoen aber jetzt regnet es. Lucy geht es gut, sie bellt den Regen an, da hat sie was zu tun Dann bist du ja auch frueh aufgestanden! Ich werde jetzt noch die Küche aufräumen (geht ganz leicht) und dann gehts ins Bett.










