Freitag, 15. Juni 2018

Vogelbad

Mein Vogelbad wird nur zum Trinken benutzt. Seltsamerweise ist es nur eine einzige Meise, die hin und wieder kommt. Sie ist ein bisschen zerrupft, trinkt hastig ein paar Schluck und stürzt dann wieder los.



Aber häufig kommt ein Krähenpaar. Sie sind zu groß, darin zu baden, obwohl sie Lust hätten, das merke ich. Ein bisschen Wasser machen sie sich immer wieder ins Gefieder und ducken sich etwas rein ins Wasser. Aber hauptsächlich weichen sie trockene Brotstücke oder sowas ein und trinken. Neulich kam eine mit drei, vier Erdnussflips im Schnabel und warf sie in die Schale. Klopfte dann ihren großen Schnabel am Rand der Schale ab und warf schräge Vogelblicke auf mich. Vom ernährungswissenschaftlichen Standpunkt hätte ich natürlich einiges dazu zu sagen gehabt, aber ich schwieg wohlweislich. Ich kann auch diplomatisch sein.




Sie kommen mittlerweile auch, wenn ich auf dem Balkon bin. Ich musste das Futterhäuschen, was neben dem Bad stand, wegnehmen, weil sie immer wieder versucht haben, es auseinander zu nehmen. Krähen in den Städten haben oft Unsinn im Kopf, steht in der SZ:

Ungefährlich: Krähen in der Stadt

Sie sind in der Stadt allgegenwärtig und nicht wenige haben Respekt vor ihnen: Krähen haben es aus Sicht eines Vogelkundlers in Zukunft bei der Suche nach Lebensraum in Berlin nicht mehr so leicht. Das über rund 20 Jahre andauernde Wachstum des Bestands sei bereits gestoppt. Das sagte Jens Scharon von der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft. Die Zahlen hätten sich stabilisiert, auf derzeit rund 4500 Brutpaare.
Angriffsflüge auf Menschen wertet Ornithologe Scharon als sehr selten. Sie kämen überhaupt nur an einigen Tagen Ende April, Anfang Mai vor, solange die Krähen-Jungen noch nicht fliegen können. Während dieser sogenannten Ästlingsphase werden Menschen, die den Jungen auch unwissentlich zu nahe kommen, als Bedrohung gesehen. In diesem Jahr seien ihm noch gar keine Fälle bekannt geworden, sagte Scharon - in der Regel komme es bei den Angriffsflügen auch nicht zu Körperkontakt. Es schwanke ähnlich wie bei menschlichen Eigenschaften von Krähe zu Krähe, ob sie eher zeterten, Warnrufe ausstießen oder auch zu den Flügen ansetzten.
Wenn Krähen zum Beispiel an Gebäuden Schaden anrichten, sieht der Experte das dem Spieltrieb der Vögel geschuldet. So hatten die Tiere etwa am Berliner Hauptbahnhof Glasscheiben zerstört, indem sie Schrauben herabfallen ließen, wie mehrere Medien kürzlich berichteten. In früheren Jahren war auch bekannt geworden, dass sie Dichtungen aus dem Bahnhofsdach gepickt hatten. Mit Steinen von einem Flachdach hätten Krähen in Einzelfällen auch bereits Autos beschädigt und in Gärten zwickten sie gerne mal Tulpen ab, so Scharon.
Anders als bei Krähen auf dem Land seien die Berliner Vögel weniger lange mit der Nahrungssuche beschäftigt, sie suchten alternative Beschäftigungen: "So 'ne Krähe muss auch irgendwie den Tag verbringen", sagte Scharon.


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