Ein alternativer Stadtrundgang durch München
Spaziert mit uns in eine neue Welt – fair, ressourcenschonend und zukunftsfähig. Wir lernen Orte und Menschen in München kennen, die mit ihren zukunftsweisenden Ideen bereits einen wichtigen Beitrag zu einem sozial-ökologischen Wandel leisten.
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| Kulturstrand. |
Das war ein wunderbarer Nachmittag! Es ging los am Kulturstrand auf der Praterinsel. Erstmal sahen wir uns Weltkarten an (Flächengetreu und Winkelgetreu) und sollten dann in Kleingruppen diskutieren, wie sich die Menschheit darauf verteilt.
Wieder was gelernt. Australien stellt nicht mal 1 % der Weltbevölkerung.
Dann sollten wir noch die Emissionen schätzen. Tasmanien hat ja eine negative Klimabilanz, als einzige westliche Region auf der Welt, es verbessert die Umwelt anstatt sie zu verschlechtern. Damit konnte ich angeben, mit dem Wissen, und alle waren beeindruckt.
Wenn alle Menschen auf unserem Niveau leben würden, bräuchte man 3,5 Erden,
Dann gingen wir los. Sie hatten ein Lastenrad dabei und wir konnten es alle mal ausprobieren. Es ist verdammt schwer zu lenken, weil es nicht auf Gewichtsverlagerungen reagiert, da kommt man ganz schnell ins Schleudern.
Die Stadt stellt an fünf Stellen im Stadtgebiet Lastenräder kostenlos zur Verfügung! Und wenn man sein Auto verschrottet, kriegt man bis zu 1.000 Euro Zuschuss für ein Lastenrad.
Wir gingen an der Isar lang zur GLS-Bank ins Lehel. Dort bekamen wir einen kleinen Vortrag, Blumensamen und Sattelschutzhüllen fürs Fahrrad. Ich war die Einzige, die dort ihr Geld angelegt hat, aber ich merkte schon, dass einige sehr nachdenklich da raus gingen. Ha!
Unterwegs unterhielt ich mich mit einer Aktivistin, die in Andechs wohnt und sich für verschiedene Projekte engagiert. Sie meinte, es gäbe so unendlich viele Menschen, die nichts wissen und nichts wissen wollen, das dürfe man nicht vergessen. Aufklärung nutzt ja nichts, wenn die Leute verschlossen sind. Sie hat Landwirte über die Schädlichkeit von Futtermais aufgeklärt, aber die wurden einfach nur wütend, fühlten sich von ihr angegriffen und behaupteten, das würde einfach nicht stimmen, was sie sagt. Wissenschaftlich erwiesen hin oder her - Menschen sind zutiefst irrational.
Auch die reichen Eltern in Starnberg, sagte sie, die scheren sich kein bisschen um die Umwelt, auch wenn sie Kinder haben. Die haben den totalen Tunnelblick auf die Karriere ihrer Kinder und das ist alles. Das sind ja alles intelligente Leute, aber es nutzt nichts.
Wie also die Welt verändern? Es ist schwer zu sagen. Vielleicht doch, bei sich selbst anfangen.... Wie ööööööde.
Dann ging es in die Kirchenstraße, in die Plastikfreie Zone. Die Besitzerin erzählte, dass kein Mensch weiß, dass nach der Verbrennung von Plastik (das meiste wird verbrannt, es wird kaum was recycelt) ein total giftiger Restmüll übrig bleibt. Der ist ähnlich gefährlich wie Atommüll und muss speziell versiegelt und verpackt werden, damit er nie wieder mit Wasser oder Luft in Berührung kommt. Dann muss er permanent überwacht werden, damit nichts austritt. Das ist eine Sache, die nicht nur Kinder und Enkel betrifft - dieser Giftmüll bleibt. Der löst sich nicht auf.
Na ja, vielleicht lagern sie ihn dann auf dem Mond oder dem Mars. Oder machen irgendwo einen schönen Giftmüll-Planeten. Wenn die Menschheit lange genug überlebt.
Schließlich sprachen wir mit einer Frau, die bei einem Food-Sharing (Fair-teiler) mitmacht, da kann man Lebensmittel abgeben, die man nicht mehr braucht oder man kann sich einfach was holen, was andere abgegeben haben. Man muss dazu nicht Bedürftigkeit nachweisen, wie bei der Münchner Tafel, es kann jede/r dort was holen. Der Sinn ist: keine Lebensmittel wegwerfen! Das ist die Idee. Sie haben so 150 Stellen, wo Ehrenamtliche Lebensmittel abholen, z.B. beim Vollcorner, Restaurants, Lokale etc, aber auch Privatleute, die in Urlaub fahren oder so und noch Butter im Kühlschrank haben.
Ich esse immer alles auf, ich kann nichts beitragen. Leider.
Und zum Schluss gingen wir ins Hei, das war sehr schön. Wir haben uns ein paar von den Werkstätten angeschaut und ich war neidisch, als ich die werkelnden Menschen sah, die offensichtlich mit einer riesigen Begeisterung dabei sind. Sie haben richtige Cracks als Betreuer dort, das muss toll sein für die Bastler.
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| Scheinerei. |
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| Gold schmieden. Mit Auffanghülle für Goldstaub. |
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| Aus Dingen werden Lampen. |
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| Die Polsterei. |

















