Heute in der SZ:
Fliegende Müllabfuhr
Trainierte Krähen sammeln Abfall ein
Ungewöhnliches Reinigungspersonal können Besucher eines französischen Freizeitparks erleben: Im „Puy du Fou“ in der Nähe von Nantes sammeln seit Kurzem sechs dressierte Krähen herumliegenden Müll ein. Die Aktion soll nicht nur den Park sauber halten, sondern vor allem auch das Umweltbewusstsein der Besucher stärken.
Ob achtlos weggeworfene Zigarettenkippen oder Plastikverpackungen: Die Vögel schnappen sich den herumliegenden Müll mit dem Schnabel und werfen ihn in eine bestimmte Holzkiste. Für jedes Stück Abfall erhalten sie im Gegenzug eine leckere Belohnung. Die fliegende Müllabfuhr ist durchaus effektiv: Einen ganzen Eimer voll Abfall sammelt eine Krähe in einer Dreiviertelstunde.
Die Idee, Saatkrähen als Müllsammler zu trainieren, hatte Christophe Gaborit, der Falkner des Freizeitparks. Die Vögel seien extrem intelligent – sogar so sehr, dass sie schon versucht haben, ihn zu täuschen, indem sie Holzstückchen statt Abfall ablieferten.
Er möchte ihnen deshalb mit der Aktion auch zu einem besseren Image verhelfen, da sie völlig zu Unrecht teilweise als schädlich gelten. Sechs Babykrähen zog Gaborit auf und brachte ihnen innerhalb weniger Wochen das Müllpicken bei.
Der Direktor des Freizeitparks, Nicolas de Villiers, hofft, dass die fleißigen Vögel die Öffentlichkeit zu einem bewussteren Umgang mit Abfall inspirieren können: „Die Natur selbst kann uns lehren, auf die Umwelt zu achten“, sagt er. Tierische Putzhilfen hätten leider auch in so mancher deutschen Grünanlage viel einzusammeln.
Leider kommt meine Krähe nicht mehr zu dem Wassernapf auf meinem Balkon. Sie hatte dort eine Semmel zum Aufweichen liegenlassen. Meine Nachbarin beschwerte sich dann, weil sie angeblich ihre Müllbeutel auf den Balkon stellt und die Krähe die kaputtmacht.
Ich nahm also das Wasser weg und entsorgte die schön durchgeweichte Semmel. Ich glaube, dass hat meine Krähe mir nicht verziehen. Ich habe nun wieder Wasser hingestellt, aber sie kommt nicht mehr. Bitter.

