Donnerstag, 16. August 2018

Kinderbriefe


Heute war in der Süddeutschen ein Artikel von dem syrischen Schriftsteller Adel Mahmoud. Er schrieb über ein Heft mit Texten von Kindern, das irgendwo unter den Trümmern eines Hauses gefunden wurde. Wahrscheinlich von einer Lehrerin oder einem Lehrer, vermute ich. Hier ein paar Auszüge:

Brief eines syrischen Jungen von sieben Jahren an Gott: „Lieber Gott, anstatt dass Du die Leute sterben lässt, und dann neue erschaffen musst, warum behältst Du nicht die, die Du vorher gemacht hast?“

  Ein anderes Kind im selben Alter: „Lieber Gott, weißt Du, wer auf der Landkarte diese Linien um die Staaten gezeichnet hat?“

  Ein drittes: „Lieber Gott, Kain und Abel hätten sich vielleicht nicht umgebracht, wenn ihr Vater jedem von ihnen ein eigenes Zimmer gegeben hätte. Ich habe es mit meinem Bruder ausprobiert, und es hat geklappt.“

  Und ein viertes: „Lieber Gott, danke für mein neu geborenes Brüderchen, mit dem Du uns gestern beschenkt hast. Aber meine Gebete an Dich galten doch einem Welpen. Ist da ein Fehler passiert?“
Eine Klassenlehrerin verlangt von ihren Schülern eine Definition von Liebe:
„Wenn dich jemand liebt, spürst du das, weil er deinen Namen anders ausspricht als alle übrigen Menschen. Du spürst, dass dein Name geborgen und sicher in seinem Mund ist.“ 
„Die Liebe ist es, die dich lächeln lässt, selbst wenn du todmüde bist.“


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